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Luigi Kasimir

*18.04.1881 Pettau, Herzogtum Steiermark* – †06.08.1962 Wien

(heute Ptuj, Slowenien)

portrait portrait

Biographie

von Wolfgang P. Krammer, Wien

Alois Heinrich Kasimir wurde 1881 in Pettau (damals Untersteiermark, heute Ptuj, Slowenien) geboren. Sein italophiler Vater Alois <1852-1930> – Offizier, Maler, Dichter – nannte den einzigen Sohn seiner drei Kinder (eine der Schwestern – Elsa – brachte es ebenfalls als Malerin bzw. Bildhauerin zu größerer Bekanntheit) bald nur mehr Luigi. Dieser Vorname wurde sodann auch in allen seinen Dokumenten eingetragen.

Nach den ersten Schuljahren in seiner Heimatstadt übersiedelte die Familie nach Graz, wo Luigi auch maturierte. Skizzen Luigis in der Maturazeitung ließen bereits früh sein Talent erkennen. Luigi war letztlich Autodidakt, wiewohl er einerseits von seinem Vater wie auch dann später an der Akademie in Wien unterrichtet wurde.
Nach Versuchen mit Öl, Aquarell, Lithographie, Holzschnitt, etc. entdeckte er seine Leidenschaft für die Radierung.

Von Wien aus unternahm der junge Künstler seine ersten Reisen, wo er z. B. Hamburg – vorrangig in der damals noch verbreiteten Schwarz-Weiß-Technik – mit seinen Bauten in eindrucksvollen Radierungen dokumentierte.

1911 heiratete Luigi die im Jahre 1887 geborene Tochter eines bekannten Grazer Geologen Rudolf Hoernes <1850-1912> Johanna (Tanna) Hoernes <1887-1972>. Tanna war ebenfalls Malerin und auch ihr Oeuvre weist eine beträchtliche Anzahl von Radierungen aus der ganzen Welt auf. Luigi bereiste als Kriegsmaler im Ersten Weltkrieg – zum Teil gemeinsam mit seiner Frau – u. a. Gebiete der heutigen Ukraine, die Kriegsgebiete in Belgien wie auch Italien, wo auch Zeichnungen, Lithographien und Radierungen der Isonzo- und Dolomitenschlachten sein Können dokumentieren.

Ausgedehnte Reisen führten das Paar quer durch Europa und Ende der 1920er-Jahre erstmals nach Amerika, wobei diese Reise in die "neue Welt" nicht die einzige bleiben sollte.

Unzählige Radierungen zeugen von der Kunstfertigkeit Luigi Kasimirs, Bauten, Kulturdenkmäler, etc. in unnachahmlicher Kasimir−Manier festzuhalten. Seine "Erfindung" bzw. Perfektionierung der Mehrfarbenradierung brachten vorrangig ihm (seine Frau, die ihn teilweise auf seinen Reisen begleitete, musste sich neben der Malerei auch um die Erziehung der drei Söhne, die dieser Verbindung entsprangen, kümmern) Ruhm und große Bekanntheit ein.

Im Leben des Künstlers Luigi Kasimir gibt es aber auch "Schattenseiten". Der Opportunist Kasimir trat – zum Zweck der Maximierung der Verkaufszahlen seiner Blätter, nicht aber aus ideologischen Gründen – den Schlaraffen, Rotariern und Freimaurern wie auch – und dies schon sehr früh – der NSDAP bei. Die Aufträge, die er dadurch bekam, machten die Strafe, die darauf folgte, nicht wett. Nach dem Kriege wurde Kasimir als "Illegaler" verurteilt und saß im Wiener Landesgericht ein.

Durch diese Zäsur im Leben des Künstlers wie auch durch sein zunehmendes Alter ließ seine Schaffenskraft nach. Auftragswerke von Baufirmen, die Kasimir auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt, erfreuen sich bei Sammlern nach wie vor großer Beliebtheit. Trotz "Beschädigung" des Namens Kasimir durch die Haft ist erwähnenswert, dass die Republik Österreich bis in die 1970er-Jahre anlässlich von Staatsbesuchen Kasimir−Radierungen als "Gastgeschenk" überreichte – in Memmingen, Bayern, werden auch noch bis in die Jetztzeit Abzüge der Radierung Luigi Kasimirs vom dortigen Rathaus verdienten Mitarbeitern als Ehrengabe überreicht.

Da die Hochblüte der Druckgraphik betreffend Stadtveduten seinen Höhepunkt überschritten hat, sind die Darstellungen im Kasimir-Genre heute nicht mehr so gefragt, wie sie es einmal waren. Bei den Radierungen Kasimirs hat, was objektiverweise erwähnt werden muss, auch die "Vermarktungspolitik" der Blätter durch die Nachfahren des Künstlers zum Imageverlust beigetragen.

Der 1962 in Wien 19., Grinzing, verstorbene Künstler Luigi Kasimir, dessen Werke von zahlreichen anderen "Kollegen" schon zu Lebzeiten zu kopieren versucht wurden, ist und bleibt dennoch einer der profiliertesten und produktivsten weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannten Graphiker Österreichs. Er hinterließ etwa 2500 Kupferplatten und gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer von Stadtveduten bzw. Topographen des 20. Jahrhunderts.

Manuskript abgeschlossen: 31.05.2020

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Galerie




Dr. Siegfried von Strakosch,
Radierung o.J.
Ex libris
Willi Neurath März,
Radierung, 1915
1935/36
Elsa Kuhlmann,
Radierung, 1916



Ex libris
Carl G. Gigler,
Radierung, o.J.
Ex libris
Prof. Dr. Siegfried Gross,
Radierung, o.J.
Ex libris
Dr. Richard Elsler,
Radierung, o.J.

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Werkliste


Eignervermerk

Technik

Format
leer
Farbe

Jahr
leer
Motiv


Anmerkung

leer leer
Julius Edhofer C 3 k. A. schwarz-weiß o. J. Eule auf zwei Büchern Sammlernachweis
Exlibris
R. Richard Elsler
C 3 169x100 schwarz-weiß o. J. Schreibtisch mit Aufsatz, darauf Kerzenleuchter, davor Sessel mit Decke und Büchern, vor Fenster mit Blick auf Stephansdom
Otto Eyer C 3 126x86 dunkeloliv-weiß 1910 Im hochovalen bandförmigen Rahmen mit Blumengirlanden hinter Hausdächern der Turm des Wiener Stephansdomes GK 5257
Gustav Fried C 3 180x110 schwarz-weiß o.J. Blick auf großes "Bauernhaus"
Ex libris
Carl  G. Gigler
C 3 126x86 schwarz-weiß o. J. Im Hochoval Uferlandschaft mit mit Baum in Vordergrund, als Remarquen Wappen und Schlägel und Eisen GK 5258
Ex libris
Willi Ginzkey
C 3 / C 5 k. A. k. A. o. J. Auf einem von  Putten getragenen Sims sitzen ein Mann und eine Frau (Götter), im Rahmen Beschriftung Sammlernachweis
Ex libris
Prof. Dr. Siegfried Gross
C 3 169x109 schwarz-weiß o.J.  Mölkerbastei und Hauptgebäde der Universität Wien im Winter, unten verstreute Bücher, u.a. "Johannes Brahms" GK 5259
Ex libris
Edmund Hoke
C 3 k. A. k. A. o.J. Eignerwappen in Rahmen Sammlernachweis
J A O M ,
Text: MCMXXIII
C 3 k. A. k. A. o. J. Löwe mit Buch
Anna Kallmus C 3 k. A. schwarz-weiß o. J. Rückenakt sitzend
L [uigi] K[asimir] C 3 k.A. dunkeloliv-weiß o. J. Unter Rosengirlande ein auf einem Totenschädel liegender Frauenakt
L [uigi] K[asimir] MLM k. A. k. A. k.A. 1950 ? Wappen mit nach rechts springenden Steinbock mit Helmzier und Helmdecken darauf nach rechts spingender Steinbock Sammlernachweis
Ex libris
Ernst Klinger
C 3 k. A. dunkeloliv-weiß o. J.  Im liegendovalen Rahmen Gebäudeansicht, darüber Spinnennetz mit Spinne, darunter Bücher
Elsa Kuhlmann C 3 77x97 braun-weiß 1916 In schwerem von Säulen getragenen Rahmen Stadtlandschaft in aufgehender Sonne (Berndorf?) GK 5260
Dr. Gertrud Lemperg-Hoke C 3 110x70 k. A. o. J. Wappen 
Ex libris Carl Löw C 3 k.A. braun-weiß o.J. Weber am Webstuhl
MCMXVI k. A. k. A. k. A. 1916? Stacheldraht vor Felsgruppe[Kriegsblatt ?] Sammlernachweis
NEMINI INIUSTUM C § k. A.  k.A. o. J. Wappen mit Hirsch?
Anny Neumüller
Ex libris
C 3 155x91 schwarz-weiß o. J. Im Hochoval kahler Baum, dahiner Gebirgslandschaft GK 5261
Exlibris
Dr. Fritz und Olga Neurath
C 3 / C 5 205x130 braun-weiß u.a. o. J. Im hochovalen Rokoko-Rahmen eine Vase mit Blumen, Hamletfigur und Büchern, ein Tisch mit Spitzendecke, darunter Landschaft GK 28044
Ex libris
Rudolf Neurath
C 3 k. A. schwarz-weiß o. J. Eingangstor mit Rotem Kreuz, Eingang ins Wiener AKH ?
Ex libris
Willi Neurath
14. März 1915
C 3 194x124 oliv-weiß o. J. Im hochovalen bandförmigen Rahmen mit Palmkätzchen eine Landschaft, links unten Remarque mit Wr. Karlskirche
Ex libris
Louis Neustadt
C 3 k. A. oliv-weiß o. J. Park mit Villa im Hintergrund
Ohne Beschriftung k. A. k. A. k.A. o. J. Hinter schlankem Baum Tempelchen, zu welchem Stufen hinauf führen Sammlernachweis
Dr. Max von Scherer C 3 169x117 braun-weiß o. J. Im Hochoval Blick von einem Weingarten auf ein Dorf mit Kirche GK 5262
Ex libris
Adolf H. E. Smidt,
MCMXXII
C 3 k. A. braun-weiß 1927? In einem antiken Rahmen mit Säulen Eignerwappen mit Helmzier und Helmdecken
Dr. Siegfried von Strakosch P nach
C 3 ?
90x71 schwarz-weiß o. J. Motiv von Kornähren umrahmt, ackernder Bauer vor Fabrik, darunter offenes Buch mit Motto: "Im Willen die Kraft", Eignerwappen 
Aus der Bibliothek Helene Thienen - Adlerflycht P nach
C 3
139x80 oliv-weiß o.J. Im von antiken Säulen getragener Rahmen, liest eine Frau einem Mädchen aus einem Buch, durch Rundbogenfenster Stephansdom, davor sitzt auf Büchern ein Uhu. 
Edwin Wenzl von Wellenheim C 3 80x60 schwarz-weiß o. J. Wappen
Victor de Wertheimstein C 3 k. A. schwarz-weiß o. J. In ovalen Rahmen Baum mit Landschaft
Ernst Zink C 3 130x88 schwarz-weiß o. J. Teich mit Baum vor Gartenmauer
             

 

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