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Exlibris − was ist das?

Die Bezeichnung „Ex libris“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „aus den Büchern“ oder wird zu Deutsch auch gerne Bucheignerzeichen genannt. Exlibris sind kleine, grafische Blätter, die auf den vorderen inneren Buchdeckel geklebt werden und ein Zeugnis vom Besitzer des Buches geben.

Schon im Altertum waren „Bucheignerzeichen“ in Verwendung. In Handschriften des Mittelalters wurden Eignervermerke handschriftlich eingetragen oder auch gemalt.
Erst mit der Erfindung des Buchdruckes wurde auch das Exlibris gedruckt und in Büchern eingeklebt. So konnte ein Bücherbesitzer oder Bücherfreund, der seine wertvollen Schätze verborgt, auf sehr individuelle und künstlerische Weise nicht nur seinen Namen im Buch anbringen, sondern auch Hinweise auf seine Person, seinen Beruf – Steckenpferd, seine Überzeugung oder ein anderes Merkmal geben.
Bis zum 19. Jahrhundert waren es vorwiegend Wappen der begüterten Bucheigentümer wie Adelige, Klöster und Bürgertum, die in Büchern eingeklebt wurden.

Die Wende zum 20. Jahrhundert führte dazu, dass das Exlibris zu einer Modeerscheinung wurde. Das heißt, es wurde ein Abbild der jeweiligen herrschenden Stilrichtung. Der künstlerische Aufwand und der Tauschwert spielen seither eine größere Rolle, als im Buch selbst.
Dennoch gibt es noch genügend Bibliotheken und Privatpersonen, die sich heute gerne Exlibris in ihre Bücher einkleben.

Von Beginn an haben bedeutende Künstler Exlibris geschaffen, so Albrecht Dürer in der Renaissance, im weiten Stilbogen zu Ernst Krahl im Historismus, Maximilian Liebenwein im Jugendstil, zu Alfred Kubin im Expressionismus bis Hans Ranzoni d.J. aus der Cossmannschule der Wiener Kupferstecher.

Das Exlibris wurde und ist gegenwärtig ein interessantes Sammelobjekt, aber auch ein interessanter Forschungsgegenstand. Man kann es nach kunsthistorischen Gesichtspunkten oder nach Themen wie Zeitgeschichte, Tiere, Berufsgruppen, Persönlichkeiten oder Erotik sammeln. Die Möglichkeiten dieses Sammelgebietes sind nahezu unerschöpflich.

Doch eines soll nicht übersehen werden. Das Exlibris sollte vor allem bei Bücherfreunden bzw. Bibliophilen ein besonderes Anliegen sein. Das Exlibris ist das Bindeglied zwischen Buch und Bucheigner und sollte wieder auf der für ihn zugedachten Stelle des eigenen Buches einnehmen. Schließlich ist es ein besonderes Kulturgut, welches einer Pflege und kulturellen Schutzes bedarf.